September 4

Vorbereitungs-BlaBla

Ich fange mal von vorne an, obwohl ich jetzt schon gut eine Woche in Irland bin. Da ich zuerst einen Vlog machen wollte, werde ich über einige Themen schreiben, die nicht mehr ganz aktuell sind für mich.
Die Idee ein Auslandsjahr zu machen, hatte ich schon in der 8. Klasse und wollte nach England auf eine Internationale Schule, in die auch ein Kumpel von mir geht. Meine Mama und ich hatten dann also einige Gespräche mit meiner Klassen-und Englischlehrerin, die beide fanden, dass ein Auslandsjahr keine schlechte Idee für mich wäre, da mein Englisch nicht das beste war. Danach hatte meine Mutter die Schule angeschrieben, doch diese lehnte ab, denn sie nahm nur Schüler auf, die auch auf eine Internationale Schule gingen. Mein 13-jähriges Ich war tief enttäuscht und hatte dann auch keine Lust mehr sich über andere Alternativen Gedanken zu machen, denn das Leben ging weiter.
Ich kam also durch die Englisch Realprüfung mit einer 2 und war sehr zufrieden mit mir und wechselte auf ein Oberstufengymnasium. Dort waren die Ansprüche natürlich viel höher als auf meiner alten IGS, vor allem in Englisch drückte ich ständig beide Daumen, dass ich es irgendwie in die 12 Klasse schaffte. Schließlich war ich dann doch noch mal mit meiner Mutter auf so eine Infomationsmesse mit Beiträgen zu Auslandsaufenthalte vom Sprachcaffe. Zuerst wollte ich danach Farming machen. Also während den Ferien im Ausland auf einer Farm aushelfen, doch in den meisten Ferien besuche ich entweder die Familie oder betreibe mein Hobby Larp und das wollte ich nicht für ein Farmaufenthalt aufgeben. Nach viel Diskussion mit meiner Mutter entschied ich mich doch dafür ein Auslandsjahr zu machen und zwar ein volles Jahr, denn anrechnen konnte ich es wahrscheinlich eh nicht, denn dafür war ich eindeutig zu spät dran. Nächstes Jahr hätte ich schon Leistungskurse und dann ein halbes Jahr zu fehlen, konnte ich mir nicht erlauben, dann schon ein ganzes. Außerdem war ich meistens eh jünger als meine Klassenkameraden, denn ich war ein Kann-Kind, konnte also schon mit 5 Jahren in die Schule. Jetzt war nur die Frage in welches Land? Ohne Organisation? Oder mit? Und wenn ja mit welcher? Schnell fand ich heraus, dass es ohne Organisation sehr viel schwieriger war in eine Gastfamilie und Schule zu kommen.
Meine Mutter ließ mich frei entscheiden welche Organisation ich wollte, also verbrachte ich Stunden im Internet um DIE richtige zu finden. Gar nicht so einfach, wenn jeder verspricht das beste Jahr deines Lebens zu machen. Mein Wunschland war eigentlich immer noch England, da in Neuseeland und Australien zu viele deutsche Gastschüler lebten und die USA irgendwie nicht meinem Lebensstill entsprach. Außerdem bin ich der totale Harry Potter Fan und fand den Gedanken toll in dem Land zu leben, in dem die Bücherreihe spielt und geschrieben wurde. Ich wollte unbedingt Schuluniformen tragen, einen langen Schultag haben und die Leute sollten auch irgendwie so sein (ohne zaubern zu können….leider :/) wie in den Büchern. Doch dann stand auf den meisten Webseiten auch noch als Auslandsziel Irland. Das Land hatte ich gar nicht auf den Schirm gehabt, doch der Landschaft und der Menschenbeschreibungen nach zu urteilen, war das genau das Land wohin ich wollte. Land schon mal check! Fehlte nur noch die Organisation. Ich hörte viel Schlechtes über Jede und Gutes über diese. Nachdem ich eine Tabelle in Excel erstellt hatte, mit Kosten und Vorteile der verschieden Organisationen stand für mich fest, dass ich mit Irish Host Family Ltd fahren werde. Diese Organisation verspricht sehr klein und Menschenbezogen zu sein. Sie vermitteln nur nach Country Kerry und kennen alle Gastfamilien schon länger. Ich rief also die Leitstelle in Deutschland an und stellte Conny (Sie vermittelt Deutsche nach Irland) ein paar Fragen und sie stellte mir ein paar Fragen und dann versprach sie mir ein Fragebogen zu schicken, welches ich ausgefüllt nach Irland schicken sollte. Kurz vor Weihnachten kam es an und es war ein gewaltiger Fragenbogen.  Nachdem ich aber alles ausgefüllt, unterschrieben und ein Brief an meine zukünftige Gastfamilie geschrieben hatte, schickte ich es kurz vor dem Abgabedatum ab und dann hieß es warten, bis ich gesagt bekommen habe wer meine Gastfamilie ist.
Das waren schreckliche 3-4 Monate, aber als es dann so weit war, war ich sehr zufrieden! Die Schule war auch schon fast rum und ich froh, dass die 11te geschafft zu haben. Jetzt ging es ans Vorbereiten. Ich brauchte einen richtigen Koffer, musste entscheiden welche Klamotten ich mitnehmen konnte und was ich noch alles brauchte. Zum Glück hat meine Mama mir da gaaanz viel dabei geholfen(Danke dafür nochmal. Du bist die Beste :*). Vielleicht nicht die beste Entscheidung war, dass ich trotz der Reisevorbereitungen 4 Wochen in den Sommerferien auf Larp Veranstaltungen ging. Das hieß vor allem Packen! 1 Woche in Diemelstadt auf dem Drachenfest im Kupfer Lager die Krieger mit Wasser versorgt, auspacken, einpacken, 5 Tage auf dem Rittergut Brokeloh eine Keltische Prinzessin spielen, auspacken, einpacken, 1 ½ Wochen mit den Waldrittern auf einer Jugendveranstaltung Spaß haben, auspacken UND wieder einpacken. Und wie das dann so ist, wenn man 4 Wochen in einem Zelt schläft und allen Wetterbedingungen aussetzt ist, wurde ich krank. In der letzten Ferien Woche hieß es vor allem einkaufen, was meine Lust nicht sonderlich auf mein kommendes Abenteuer gesteigert hat. Auch war meine Schwester mit ihrem kleinen Sohn da (liebevoll von ihr Schnabeltier genannt) und hat bei uns gewohnt, da sie sonst sehr weit weg von uns ihr zuhause hat. Das war super putzig, aber ich war die ganze Woche wirklich nicht gut drauf, wurde ständig zickig oder musste meine Tränen zurück halten. Total miese Gefühle stiegen in mir auf und ich hatte gar keine Lust mehr nach Irland zu reisen. Ich hatte wahrscheinlich Angst diesen großen Schritt zu machen.
Am Freitag bin ich dann von Frankfurt Hahn nach Kerry geflogen. Zum Glück nicht ganz alleine, denn eine zweite deutsche Austauschschülerin ist von dort aus geflogen. Wir hatten ein kleines Problem mit der Polizei in Hahn, da diese uns nicht fliegen lassen wollte, denn wir waren noch nicht volljährig. Schnell also Handy gezückt und meine Mutter angerufen, die schon zusammen mit meinem Freund und meiner besten Freundin im Auto saßen. Diese musste dann auf ein Zettel kritzeln, dass ich alleine fliegen darf und ihr Personalausweis abfotografieren. Glücklicherweise war mein Freund da, der ihr helfen konnte das Foto dann auf mein Handy zu schicken. Danach durften wir fliegen!
Als ich im Flieger saß und mir die Texte von meinen Freunden durchgelesen habe, die sie auf meiner Abschlussfeier geschrieben hatten, bildete sich ein breites Lächeln auf meinen Lippen und ich schloss die Augen. Ich fliege nach Irland!




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Veröffentlicht4. September 2016 von Pluusch in Kategorie "Erlebnisse

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