Mai 30

Abenteuer „Osterferien“ – Part 1

Randnotiz: Bilder werden noch zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht 

 

Es ist zwar jetzt schon Sommer und ich trete jetzt meine letzte Schulwoche an (WUUHH Freu!), doch muss ich jetzt noch mal etwas ausholen und von meinen Ultra tollen Osterferien berichten. Ich hatte mich nämlich in meiner Schule eintragen lassen, dass ich mit auf eine Campingtour gehe, die extra für Leaving Cert Schüler (also Schüler vom fünften und sechsten Jahrgang). Ich musste etwas zittern, da von meiner Schule schon zwei andere hinwollten und ich als Austauschschüler nicht ganz als normale irische Schülerin gelte. Aber nachdem ich die Verantwortliche der Unternehmung mit Emails zu bombardiert hatte, durfte ich dann doch mit.
Ich war total aufgeregt und war tagelang an Sachen organisieren wie Schlafsäcke, Taschenlampen und so weiter. Ich hatte auch meine Gastmutter nach einigen Dingen gefragt, aber irgendwie hatte sie das meist wieder vergessen und ich wollte dann auch nicht mehr nachfragen. Also mussten meine Organisationsleiterin von IrishHostfamily, meine alte Gastmutter und meine Geldbörse herhalten. Das war jedoch alles nicht so dramatisch!
Diese Campingtour wird übrigens von einer Outdoor-Organisation namens Cappenalea geleitet, welche das jetzt zum dritten Mal für acht Schulen, die in irgendeiner Gruppe zusammen sind, kostenlos anbieten. Meine Schule ist da zum Glück dabei.
Am Donnerstag vor den Osterferien, also während der Schulzeit, musste ich um 10 Uhr im Cappenalea Gelände sein, welche sind hinter Killorglin befindet. Meine Gastmutter war nicht sonderlich begeistert mich dort hinzufahren, da es circa eineinhalb Stunden dauerte. Dennoch machte sie es und ich hatte einfach ein extrem schlechtes Gewissen deswegen. Ich meine, wenn sie wieder zuhause war, wäre es 11:30 Uhr gewesen und dann noch den ganzen Haushalt schmeißen, meine kleine Gastschwester abholen, Essen vorbereiten, meine anderen Gastgeschwister wieder abholen usw. Da kommt wohl keiner zu Ruhe. Aber mit dem Gedanken, dass sie sich erst wieder in fünf Tagen um mich kümmern musste, versuchte ich mich zu beruhigen.
Zwar hatte mich meine Gastmutter vorgewahrt, dass die Straßen zu Cappenalea echt holprig sind, aber was uns nach Killorglin erwartete, war wie eine schreckliche irische Straßenachterbahn…und ich hasse Achterbahnen! Ungelogen, ich hatte teilweise das Gefühl das Auto würde von der Straße fallen und wir würden alle sterben. Total beängstigend sowas. Zum Glück sind wir aber unbeschadet am Gelände angekommen und meine Gastmutter hatte mich noch ganz lieb gefragt, ob sie noch mit hereinkommen soll, ich verneinte aber – sie sollte ja nicht noch mehr Zeit verschwenden. Vor dem Cappenalea Haus befand sich eine Gruppe, die aber viel älter aussahen als ich. Ich bekam schon voll die Panik, aber es war zum Glück nicht meine Gruppe.
Zuerst traf ich auf meinen Klassenkameraden von der Schule, von dem ich schon wusste, dass er mitkommen würde. Und dann noch auf ein Mädchen, welches ursprünglich aus Litauen kommt, aber schon seit einigen Jahren in Irland wohnt und dann noch eine Mädchengruppe, bestehend aus drei Irinnen. Ich dachte mir dann so: „Ähm…ich dachte es sollten viel mehr Jungs da sein als Mädchen.“ Aber wie es sich herausstellte war mein Klassenkamerad tatsächlich der einzige Junge. Das nahm er zum Glück ganz cool hin. Mit unseren beiden Aufsichtspersonen setzten wir uns alle in einen Raum, stellten uns vor und sie erklärten uns eigentlich zum ersten Mal was wir genau machen würden. Es war eine 5-Tage Wandertour, in dem wir unser Zelte, unser Essen und Klamotten selbst schleppen mussten. Die Zeltlocations würden ziemlich weit vom Schuss seien und das Ziel des ganzen Ausfluges sei es, sich selbst herauszufordern und gerade in so einen schwierigen Alter wie des Teenager-Daseins herauszufinden, dass man mehr machen kann, als man eigentlich glaubt.
Wir fingen also an die gestellten Rucksäcke mit Sachen zu beladen. Vor der Veranstaltung hatten wir schon eine Liste bekommen, was wir alles mitbringen sollten. Ich war schon ganz panisch wie ich das in den Rucksack bekommen sollte. Doch es stellte sich heraus, dass wir jeden Tag ein Auto mit unseren Ersatztaschen treffen würden um Kleidung und Snacks zu wechseln. Obwohl wir also nur für einen Tag packen mussten, stellte es sich als verdammt schwer heraus alles unterzubringen. Außer solch Zeug wie Zelt, Schlafsack, Gasflaschen, Isomatte, Geschirr und Besteck, stopfte ich nur noch Unterwäsche, Socken, eine Leggins, Taschenlampe, Zahnputzzeug und einige Nüsse in den Rucksack und BAM er war proppevoll! Nachdem wir Lunch gemacht hatten und die Route erklärt bekommen hatten, ging es dann endlich los!

Mit einem Bus sind wir nach Key Bay gefahren. Von dort konnte man die Stadt Dingle sehen. Wir setzten also diese locker 20 kg schweren Rucksäcke auf und stiefelten los. Ohne Spaß, schon nach 5 Minuten tat mir schon alles weh und ich wollt mich nur noch hinsetzten. Es ging nämlich schon am Anfang eine Straße hoch. Dennoch hatten wir alle noch irgendwie Spaß und scherzten rum. Doch das versiegte schon relativ schnell. Man setzte einfach nur einen Schritt vor dem anderen, einen Schritt vor dem anderen Wir waren eigentlich die erste Stunde auf Straßen und Wanderwegen gelaufen, bis die eine Betreuerin ein Famertor aufmachte, welches Farmerschafe ihn ihrem riesigen freilaufenden Gebiet halten soll, und dann ging sie vom Weg ab; direkt auf den Berg zu. Dort gab es keine Wege, sondern nur nasse, rutschige Unterfläche. Im Zickzack ging es den Berg hoch, nur zu keine großen Schritte machen, sonst bestand die Gefahr auszurutschen oder den Knien durch das Gewicht von dem Rucksack zu schaden. Apropos Rucksack, hatte ich erwähnt, dass er übelste in mein Fleisch einschnitt?! Da es nämlich eher für größere Menschen gedacht war, als mich, drückte er extrem stark gegen Knochenbein und verringerte meine Bewegungsfreiheit. Trotzdem hatte ich ziemlich viel Spaß dieses Feld hoch zulaufen, da ich eben ein kleines Schweinchen bin und kein Problem damit habe, mit Schlamm vollgespritzt zu werden. Naja zumindest bis ich dann ein Mal ziemlich übel ausgerutscht bin. Es war zwar gar nichts passiert, doch hatte es mir einen mega großen Schrecken eingejagt, wodurch ich vorsichtiger gewandert bin. Von der Dreiergruppe Mädels, die beste Freundinnen sind, kam immer wieder großes Gejammer auf, doch sie zogen es bis zur ersten Campstelle durch.
Diese befand sich zwischen den Bergen, mit dem Blick auf das Meer und umgeben von drei Seen. Wunderschön!! Mit Hilfe der Betreuer wurden die Zelte aufgebaut und uns erklärt wie man mit dem Camingkocher kocht. Nachdem wir gesättigt waren und ich langsam merkte wie meine Blase schmerzte, wurde uns ein Thema erklärt von dem es mich gegruselt hatte: Den Toilettenvorgang in der Natur. Doch mit nur relativ wenig Gekicher überstanden wir auch diese Lernlektion und glücklicherweise schnappte sich die Litauerin ganz selbstbewusst, welche auch meine Zeltmitbewohnerin war, die Schaufel und das Klopapier und stapfte los. Danach war es ein nicht mehr so ganz unangenehmes Thema, welches auch Gesprächstoff beim „Lagerfeuer“ wurde. Eigentlich war es kein Lagerfeuer, da es kein Holz zum Sammeln gab, sondern nur ein mit Chemikalien voll getränktes Stück Holz war. Wir versammelten uns frierend und sprachen über den Tag, die Sterne, den Mond und lernten uns kennen. Ich blieb still, ließ den Muttersprachlern hauptsächlich das Reden. Aber ich bin auch in Deutschland eher eine Zuhörerin, als Sprecherin. Nach und nach verdünnte sich die Gruppe und schließlich ging auch ich ins Bett. Ich hatte nur meine Winterleggins für die Beine und merkte, dass das zu wenig war. Ich konnte gar nicht schlafen. Vielleicht so drei Stunden oder sowas. Ständig wachte ich auf, drehte mich von der einen Seite zur andren –Ruhelos und kalt. Irgendwann steckte ich mein eines Bein in meinen Schal, wodurch dieses wärmer wurde, das andere aber nicht. Ich war wirklich glücklich als es Zeit zum Aufstehen war.

Uppss … ich merke es wird echt etwas viel… Ich glaube, ich zerteile die Geschichte mal in mehreren Stücken.

 

 

 

 

März 5

Mid- Term Break – Boyfriend alert & Girly trip

Ahh…Es ist so viel passiert die letzten drei Wochen und ich fange mal einfach mit dem Mid-Term break an. Das ist eine Ferienwoche zwischen zwei von vier Schulsemester und ich dachte mir, ich möchte in meiner Zeit in Irland nicht untätig sein. Doch zuerst bekam ich Besuch von meinem Freund, der zum Geburtstag geschenkt bekommen hat mich besuchen zu dürfen, obwohl ich eigentlich am Anfang des Austauschjahres strikt dagegen war. Dennoch nachdem ich schon relative lange hier bin, vermisst man doch den ein oder anderen (seeehr untertrieben – ich vermisse so gut wie alle in Deutschland) und wünscht sich diese wiederzusehen und wird schwachJ. Ich habe für ihn und mich ein Zimmer in einem wirklich schönen und empfehlenswerten B&B namens Island Heights Castleisland gebucht.
Ich zeigte ihm ein wenig Irland, es wurde jedoch an einer Stelle extrem peinlich für mein irisches „Wissen“. Als ich ihn fragte, was er sehen wollte, war seine Antwort „das Meer“. Ich so, „Ja klar, kein Problem“, jedoch wollte ich nicht nach Tralee, weil ich nicht wusste was man da sonst noch machen kann außer Shoppen, darum entschied ich nach Killarney zu reisen, da ich wusste, dass dort auch Wasser war. Darum sind wir dorthin gefahren und beide Bein lahm zum Ross Castle gehumpelt. Dort angekommen musste ich verstellen, dass ich zwar mit dem Wasser recht hatte, mit dem Meer jedoch nicht. Es gibt in Killarney nämlich nur riesige Seen. Uppss …da habe ich mal wieder was verpeilt, dennoch war es wirklich schön dort.

DSC_0125Mein falsches Meer ^^

Zurück sind wir jedenfalls mit einer Kutsche gefahren, die es dort haufenweise gibt. Als er montags wieder fliegen musste, war ich wirklich bekümmert – es war schrecklich, doch lange Zeit der Traurigkeit gab es nicht, denn ich musste relativ schnell wieder umpacken, es ging nämlich nach Galway den nächsten Tag.
Zusammen mit zwei anderen deutschen Austauschschüler, die mir schon ziemlich ans Herz gewachsen sind, wollten wir ein kleines Abenteuer erleben. Zusammen mit Antoinettes Hilfe hatten wir die Reise geplant und am Dienstag, den 21.02. ging es los mit dem Bus erst nach Limerick und dann nach einem sehr schnellen Umsteigen weiter nach Galway. Alle drei bemerkten, dass die irischen Straßen echt beschissen sind. Mir ist ohne Spaß extrem schlecht geworden, darum ein lieb gemeinter Tipp von mir a) lieber Zug anstatt Bus b) wenn Bus, dann vorne sitzen! Wir waren soo froh aus diesem Bus aussteigen zu können und super nervös, aber auch freudig auf 3 Tage ohne Eltern. Untergebracht waren wir im „Snozzels Hostel“ und hatten ein vierer Zimmer für uns alleine. Gleich nach dem Auspacken sind wir dann in die Stadt uns umschauen gegangen und obwohl es immer mal wieder geregt hatte, ist Galway eine wirklich schöne Stadt. Im Hostel wieder angekommen, trafen wir auf einen jungen Mann, der auch deutsch war und seit neusten nach Irland gezogen ist. Dieser und zwei andere Mädchen wollten in dem Pub gehen, um dort den letzten Abend der beiden deutschen Mädchen zu genießen. Da Pubs war traditionell irisches sind, beschlossen wir auch auf ein paar Gläser Cola mitzukommen. Es regnete wie aus Eimern und als wir im Pub ankamen, waren wir alle komplett durchnässt. Der Pub, in dem wir waren, war vieel größer als die in Castleisland – 3 Stockwerke, ein eigenes Restaurant, Platz für zwei Bands, gleichzeitig spielen zu können – und hatte auch eine ganz andere Atmosphäre, obwohl ich schon sagen muss, dass es sich echt irgendwie doof anfühlt eine Cola zu trinken, während alle Erwachsene Alkohol zu sich nehmen dürfen. Es war trotzdem ein sehr schöner Abend, doch sind wir schon nach zwei Stunden todmüde ins Bett gehüpft.
Der nächste Tag begann mit unserem geplanten Hauptprogramm – Eine Bustour zu den „Cliffs of Moher“, die wir alle unbedingt sehen wollten. Yeah….Bus…Toll…Wir saßen jedoch vorne, darum ging es doch mit „irish rollercoaster“ gerade noch. Doch wie sich herausstellte war diese Bustour viel besser als gedacht. Unser Guide namens Garry war der Wahnsinn! Er redete ungelogen die ersten drei Stunden ununterbrochen durch sein Mikro und erzählte mal mehr mal weniger interessante Fakten über Irland, wie die Steinmauern, die man überall im Land verstreut sehen kann oder über Feenbäume. Zwischendurch ließ er uns immer für 15 min raus um Kirchen, Grabstätten, Burgen(eigentlich nur Wachtürme) und vieles weitere genauer betrachten zu können. Wir hatten auch eine Mittagspause. Nach ungefähr 5 Stunden kamen wir an den Klippen an und es war einfach nur wahnsinnig schön. Etwas Nebel war zwar da, doch konnte man am Anfang noch von der einen Klippe zur anderen Klippe schauen,DSC_0173

später jedoch nicht mehr.

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1 ½ Stunden verbrachten wir dort, zwar schwächelten meine beiden Mitreisenden krankheitsbedingt etwas, dennoch war es Mega! Sehr empfehlenswert! Am Donnerstag mussten wir dann ja leider schon wieder zurück, gerne wäre ich noch länger geblieben.
Alles ging glatt nachhause zu kommen bis nach Limerick und dann auf einmal richtig schief. In Limerick mussten wir ja eigentlich nochmal umsteigen, doch der Bus war voll und konnte uns drei nicht mehr mitnehmen, nur noch eine Person. Eigentlich wollten wir uns nicht trennen, doch eine von uns wollte am nächsten Tag nach Dublin und musste darum irgendwie nachhause kommen. Sie setzte sich also in den Bus, Handy aus und Akku leer und wir zwei zurückgeblieben wurden schrecklich nervös. Ein Horror Szenario! Ein total lieber Busfahrer entschied sich dann dazu uns zu helfen und mit seinem Bus dem anderen Bus hinterher zu fahren, in der Hoffnung, dass dieser nach einiger Zeit leerer wurde, obwohl er schon Feierabend hatte. Hiermit beweist sich die Nettigkeit und Hilfsbereitschaft der irischen Busfahrer. Und der Plan klappte wirklich und wir trafen auf unsere nervöse und verblüffte Freundin. Zu dritt schafften wir es dann doch noch nach Castleisland zurückzukommen – was für ein Abenteuer!