April 29

Ein normaler Schultag einer Austauschschülerin

In den Osterferien hatte ich mich fest vorgenommen, gaanz viele Blogeinträge zu schreiben. Doch wie das Leben so spielt bin ich krank geworden und kränkle auch noch immer vor mich her – und ich bin auch faul, ich gebe es ja zu.
Hier kommt zumindest ein Beitrag den ich schon länger verfassen wollte. Ich wollte euch nämlich mal versuchen zu beschreiben wie ein normaler Schultag bei mir aussieht und hatte mir darum Stichpunkte von einem Tag gemacht und fasse sie euch hier zusammen.

Nachdem fünf Mal der Wecker geklingelt hat und ich mir überlegt habe was passiert wenn ich nicht aufstehe, bin ich schließlich aus dem Bett gerollt. Schnell schmeiße ich mir meine Schuluniform über und wasche mich. Obwohl es nur noch 45 Minuten bis zum Unterrichtsbeginn für mich und meine vier Gastgeschwister ist, bin ich einer der ersten in der Küche und mache mir Frühstück; bestehend aus schwarzen Tee mit Milch und Cornflakes. Dann noch schnell Lunch gemacht und ich bin mit meiner Morgenrutine fertig. Jetzt muss ich nur noch warten bis meine anderen Hausbewohner fertig sind. Zu sechst quetschen wir und in ein Fünfsitzer.
Trotz des späten Aufstehens sind wir pünktlich in der Schule, ich scanne mich ein* und gehe zu meiner ersten Klassen – Doppelstunde Chemie. Darauf folgte dann „Construction“, in dem ich mit Zeichenmaterial eine Sektion eines Daches male.
Nach drei Stunden je 40 minuten Unterricht ist die erste 15minütige Pause.  Ich unterhalte mich mit einer spanischen Austauschschülerin über Harr Potter (uhhh…mein Lieblingsthema!) In Biologie wiederholen wir das Thema „Enzyme“ und danach lerne ich über Robert Frosts Poem „Out, Out-“ in der Englischklasse.
Die großen 50minütige Pause verbringe ich mit Essen und schaue bei einem Schlammwettlauf zu, den die Transition Year Schüler vorbereitet hatten. Es war arschkalt und trotzdem standen manche Schüler in Shorts da! Es folgt eine Stunde Mathe…naja Mathe eben. Da kann ich eher weniger sagen, ist eigentlich so wie in Deutschland. In DCG machen wir gerade Straßenebenungen. Normalerweise hätte ich dann eine Freistunde gehabt, welche ich mit Hausaufgaben verbringe, jedoch schickt uns unsere Lehrerin auf die schlammige Wiese um die Sachen von dem Lauf wegzubringen. Um 15:40 Uhr ist dann die Schule fertig und ich werde von meinem Gastopa abgeholt und nachhause gebracht. Schnell skype ich mit meinen Freund und fange meine Hausaufgaben an. Währenddessen macht meine älteste Gastschwester Mittagessen, da meine Gasteltern arbeiten sind. Es gibt eine Art Bolognese Soße mit Pommes.
Da meine Gasteltern wie gesagt arbeiten, weiß ich nicht genau ob sie mich zum Badminton fahren können. Also warte ich ab und beende meine Hausaufgaben. Ich bekomme die Nachricht, sie werden beide zu spät kommen um mich hinzubringen, aber ich kann mein Fahrrad nehmen und sie werden mich danach abholen. Ich packe mich also warm ein, weil der Wind ganz schön kalt ist – Mist finde meine Handschuhe nicht. Egal, ich habe nicht viel Zeit bis es dunkel wird darum ziehe ich mir meinen Helm und Warnweste an und strample auf meinem Leihfahrrad los in Richtung Stadt. Ich bin zu früh angekommen und muss warten. Dar Training ist wirklich gut verlaufen. Jedoch wird mir gesagt, dass es nur noch nächste Woche stattfindet und danach nur noch in einer kleineren Halle. Mein Gastvater holt mich ab und am Haus angekommen, esse ich noch etwas Kleines, sehe Fern und sage Gute Nacht zu meiner Gastfamilie. Nachdem ich geduscht habe, höre ich mehr als das ich sehe Game of Thrones, da ich währenddessen sticke. Danach schließe ich meine Äugelein und schlafe.

* In meiner Schule gibt es so ein Einscannungsgerät und jeder Schüler hat eine Nummer, die er jeden Tag dort einscannen muss. Andere Austauschschüler sagen, dass es sowas an ihren Schulen nicht gibt.

März 21

Gastfamiliewechsel

Wie der Titel unschwer zu erkennen gibt, habe ich meine Gastfamilie gewechselt. Wer jetzt denkt: „Oh! Was?“ Der befindet sich in derselben Situation wie ich vor ungefähr drei Wochen. Aber ich beginne mal von vorne.
Meine Mutter hatte gemerkt, dass ich mich in meiner Gastfamilie nicht so ganz wohlgefühlt habe. Jedes Mal, wenn wir beim Skypen auf dieses Thema kamen, stiegen mir kleine Tränen in die Augen. Es lag nicht daran, dass ich meine Gasteltern nicht mochte, sondern eher daran, dass sie nichts mit mir unternommen hatten. Ich verlange ja nicht, dass sie jedes Wochenende was mit mir machen, aber seit September hatte die eigentlich nichts mehr mit mir gemacht. Selbst wenn wir zusammen in die Stadtgingen, teilten wir uns auf und jeder machte sein eigenes Ding. Auch gegessen hatten wir meistens getrennt. Außerdem hatte ich ein eigenes Wohnzimmer und war darum immer verwirrt, ob ich mit denen auf dem Sofa sitzen darf oder nicht. Aus diesen Gründen verbrachte ich die meisteZeit in meinem Zimmer. Meine Mutter jedenfalls hat es dann bei der Koordinatorin in Deutschland angemerkt und sie hatte es Antoinette weiter erzählt. Diese hatte mich zu einem Gespräch nach meinem Galway Urlaub eingeladen. Mit gemischten Gefühlen betrat ich ihr Büro. Ich wusste von der Quelle meiner Mutter, dass sie mich dazu überreden wollte zu wechseln, aber ich wollte nicht. Das habeich ihr auch gesagt. Ich wollte meine Gastfamilie nicht traurig oder wütend machen und hatte Angst, dass es noch schlimmer werden würde. Am liebsten hätte ich gewollt, dass Antoinette sie dazu bewegen könnte mal mehr mit mir zu machen. Doch sie erklärte mir, meine Gastfamilie würde ihre Gewohnheiten nicht für mich ändern. Und nachdem mich Conny nochmal angerufen hatte, ließ ich mich dann doch noch überreden zu wechseln. Ziemlich cool, aber auch extrem schwierig war, dass ich meine neue Gastfamilie aussuchen durfte. Welchen Familientyp sollte ich nehmen? Eher im Land oder lieber in der Stadt? Zwei kleine Gastgeschwister oder lieber gar keine? Haustiere Ja/Nein? Es war wirklich nicht so einfach, aber ich hatte mich dann für eine Familie entschieden und noch eine Zweit-und Drittwahl gehabt.
Meiner Gastfamilie sollte ich nichts verraten, denn Antoinette wollte sich selbst darum kümmern und es war auch noch nicht sicher, wie schnell ich wechseln könnte. Am selben Abend noch bekam ich eine Nachricht, dass meine Erstwahlfamilie zugestimmt hatte und ich noch am Sonntag wechseln würde.
Am darauffolgenden Tag war wieder ein Gruppentag angesagt und dieses Mal war es in Killarney, jedoch alles was wir gemacht hatten, hatte ich davor schon besucht gehabt. Außerdem war das Wetter wirklich furchtbar und deswegen verbrachten wir ziemlich lange in dem McDonalds und quatschten. Es war trotzdem lustig. Beim Zurückfahren bekam ich jedoch Bammel zu meiner Gastfamilie zurück zu gehen, da sie es mittlerweile wissen mussten. Bei meiner Gastfamilie ankommen, sprach mich meine Gastmutter auch gleich darauf an mit Tränchen in den Augen und sie steckte mich an. Nicht dass wir beide losgeheult haben, doch es war irgendwie extrem traurig. Da sie mir auch sagte, dass sie ja auch nicht wollte, dass ich wechsle und ich ein wirklich tolles Mädchen bin. Meine Gastvater und – Schwester sagten eigentlich so gut wie nichts dazu und ich fing an meine Sachen zu packen.

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Mein Versuch alles von mir unterzubringen. Was sich alles bei mir angesammelt hat! :0

Den restlichen Abend verbrachte ich so wie ich es mir immer gewünscht hätte – zusammen auf dem Sofa und gemütlich reden und essen.
Am nächsten Tag war es dann soweit und ich musste mich endgültig verabschieden, wobei alle sagten ich sollte sie auf jeden Fall nochmal besuchen kommen. Mein Gastvater brachte mich also zum verabredeten Ort und übergab mich meiner neuen Gastmutter. Er drückte mir einen Kuss auf die Wange und wiederholte, dass ich toll bin und immer wieder kommen dürfte. Gleichdarauf saß ich in einem neuen Auto, mit einer neuen Gastmutter und einer anderen Gastschwester auf dem Rücksitzt. Total verwirrend oder nicht? Für mich war es jedenfalls so, aber ich habe mich super eingelebt und es war der richtige Schritt zu wechseln.
Meine neue Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter und Gastvater, die beide manchmal arbeiten, meiner größeren Gastschwester und mein jüngerer Gastbruder, die beiden beide auf meine Schule gehen und dann folgen noch zwei weitere Gastschwestern, die eine auf der Mädchenschule und die anderen auf der Grundschule. Ich habe mir also den größten Haushalt ausgesucht, der mir vorgeschlagen wurde 😀 Und nun sitze ich die wenigste Zeit in meinem Zimmer rum, sondern meistens im Wohnzimmer bei denen. Sie nehmen mich auch überallhin mit, wenn ich mit möchte. Ich war jetzt schon auf einem Football, Fußball und Basketball match meiner Gastgeschwister (zum Zuschauen), shoppen in Killarney (tatsächlich mit der Familie), Familienbesuch bei Großtanten auf einem Bauernhof, einer Taufe, beim Gottesdienst, Geburtstagsessen und –party und noch vieles mehr. Das ist echt toll und auch wenn diese Familie nicht die Gesprächigste ist, bin ich nicht mehr so alleine und traurig wie vorher. Ein wenig Kontakt habe ich auch noch zu meiner alten und hoffe das ich diesen auch nicht verliere.

Januar 6

Welcome 2017!

Ich bin wieder zurück in Irland! Vielleicht werden sich einige fragen, warum ich weg war. Nein, ich habe weder nicht mein Auslandsjahr abgebrochen, noch bin ich mit gebrochenen Arm nachhause geschickt. Ich habe einfach nur die Winter- und Weihnachtsferien in Deutschland mit Familie und Freunden verbracht, was einfach nur gut tat. In der letzten Woche bevor ich am 16.12.16 zurückgeflogen bin, wollte ich nur noch nachhause. In dieser Woche habe ich jegliche Vorhaben gebrochen wenig Deutsch zu reden, da ich mich so sehr darauf freute. Der Flug hob mit einer Stunde Verzögerung dann doch noch ab und ich kann gar nicht das Gefühl beschreiben wie es war meine Mutter, meinen Bruder und meinen Freund das erste Mal nach so langer Zeit wieder zusehen.  Ich denke GLÜCKLICH ist das einzige was mir dazu einfällt.
Naja, dann war ich eben auf einer Geburtstagsparty und noch 2 Tage auf meiner alten deutschen Schule und ich muss sagen: Der Unterricht ist ja sooo langweilig. Ich meine es ernst. 6 Stunden deutsche Schule, haben sich locker doppelt so lang angefühlt wie 9 Sunden irische Schule. Vielleicht liegt es daran, dass ich zwei Stunden früher aufstehen musste, oder dass es nur Doppelstunden gab, oder dass die Schule in Irland leichter scheint oder dass die Lehrer einfach nur scheiß langweiligen Unterricht machen können. Themenwechsel…
Weihnachten habe ich mit meiner Familie in Bayern gefeiert. Leider ohne Schnee, doch dafür mit dem normalen Weihnachtsstress und Familiendiskussionen. Dazu muss man wissen, dass meine Familie relativ verteilt in Deutschland wohnt und wir uns eigentlich nur Weihnachten vollständig sehen, was natürlich nicht ganz ohne Streitereien auskommen kann. Nichtsdestotrotz, war ich super froh meine ganze Familie wieder drücken und Freunde besuchen zu können.
Silvester habe ich dann mit einigen wenigen Freunden gefeiert und wir haben Pen and Paper gespielt. Kleine Erklärung dazu: Das ist ein Rollenspiel was man am Tisch spielt. Es gibt einen Spielleiter, der eine Geschichte erzählt. Die anderen Leute haben jeweils sich einen Charakter ausgedacht und diesen mit Werten erschaffen, was der Charakter gut und was der Charakter schlecht kann. Mit dem Würfeln der Werte wird dann ein spannendes Spielerlebnis generiert. Naja in der Theorie. Bei uns ist es diesmal so verlaufen, dass wir uns eigentlich gute 5 Stunden gegenseitig bedrohten, weil wir uns nicht vertrauten. Dennoch konnten wir schön ins Jahr 2017 rutschen. Froh bin ich darüber, denn irgendwie scheint das Jahr 2016 wirklich nicht Glück gehabt zu haben mit den ganzen toten Schauspielern (welche ich jetzt nicht aufzählen werde, googelt es einfach), den eher für mich ungünstigen Präsidentschaftswahlen in der USA, dem Brexit und natürlich die Flüchtlingswelllen. Die letzte Ferienwoche habe ich dann verbracht mein Zimmer zu ordnen, denn meine Mutter ist umgezogen während ich in Irland war und Zeit mit meinem Freund zu verbringen, der mich vor allem die letzten zwei Tage vor meinem Abflug aushalten musste. Ich merkte zwar selbst wie ich ständig ohne einen Grund sauer und traurig wurde, doch konnte ich es nicht vermeiden. Vor dem Packen habe ich mir wie kein anderer gedrückt und hatte lange schlechte Laune – Fazit: Ich wollte einfach nicht wieder zurück nach Irland.
Ich wollte bei meiner Familie bleiben, bei meinen Freunden. Ich sah, was die alle in Deutschland machen, sei es Führerschein oder Abitur oder Familienplanung und ich wollte bei dem ganzen Zeug einfach dabei sein. Obwohl ich heute Morgen trotzdem nicht wegfliegen wollte, verbesserte sich alles am Flughafen, vor allem da wir mit einer kleinen Verspätung (bitte fragt nicht wie es dazu gekommen ist) durch den Check-In und die Kontrolle schnurstracks gelaufen sind, ohne viel zu warten und deswegen der Abschied kleiner war. Im Flugzeug selbst saß ich zufälliger Weise direkt neben jemand, den ich aus meiner Organisation schon kannte. Weswegen der Flug sehr schnell vorüber war.
Am Flughafen hat mich mein Gastvater abgeholt und es war eine wirklich süße Begrüßung mit Umarmung und Küsschen auf die Wange (die Umarmung geht auf meine Rechnung, doch der Kuss auf seine ;)). Er fing an über Weihnachten zu reden und zeigte mir ganz Stotz sein neues Auto. Im Gasthaus angekommen war es fast so, als wäre ich nie wirklich weggewesen, doch nachdem ich ausgepackt hatte, blieb ich eine oder zwei Stunden in meinem Bett liegen und schlief. Das werde ich jetzt auch gleich wieder machen.
Bis dahin, hoffe ich dass ihr gut in 2017 reingerutscht seid!

November 27

Dritter Gruppentag – Tralee (und mal ein Lebenszeichen zwischendurch)

Eigentlich sollte ich jetzt für meine Christmas Examen lernen, welche in zwei Wochen stattfinden, aber es ist schon 22 Uhr und dann schreib ich lieber was für meinen Blog….und werde „bestimmt“ morgen lernen *grins*
Letzte Woche war es mal wieder soweit für einen Gruppentag. Wir waren in Tralee, das ist so die nächst größere Stadt. Dort waren wir erst in einem sehr süßen, aber kleinen Schwimmbad. Für Kinder bis 10 bestimmt ganz super, doch für mich nach 2 Stunden wirklich genug, da man nicht soo viel machen konnte. Nichts destotrotz habe ich es sehr genossen, mal wieder nach einem Jahr schwimmen zu gehen. Ich bin nicht so die Schwimmratte, aber genieße es ab und zu mal ins…ähh… warme Nass zu springen.
Danach waren wir im Kino und ich habe mich unglaublich darauf gefreut. Wir haben uns nämlich „Fantastic beasts and where to find them” (dt. “Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) angeschaut!!! Die Vorgeschichte von Harry Potter war genial. Natürlich möchte ich jetzt hier nicht Spoilern, aber dennoch ein paar Worte dazu verlieren. Es ist eine ganz andere Atmosphäre als die Harry Potter Film, da es in einer anderen Zeit spielt. Aber auch der Fakt, dass es um die amerikanische Zauberwelt geht, spiegelt die Welt einfach anders wieder, doch nicht schlecht. Es zeigt nur eine andere Perspektive von der großartigen Welt von J.K Rowling. Ich würde diesen Film, dennoch nicht als Kinderfilm empfehlen, da er sehr düster ist, obwohl er einige richtige Witzige stellen hat. Leider muss ich zugeben, da ich nicht alles verstanden habe, was vor allem Newt Scamander gesagt hatte. Der Schauspieler hat mega genuschelt, wie ich fand. Deshalb muss ich den Film nochmal unbedingt sehen. Überhaupt bin ich gerade total in Harry Potter Hype! Ich habe mir jetzt Butterbier und Berty Bots Bohnen gekauft – wenn auch noch nicht gegessen bzw. getrunken – und schaue mir ständig Video zu Harry Potter an. Auch höre ich die Hörbücher an – natürlich auf Englisch – wenn ich beispielsweise Hausaufgaben mache oder mein kleines Zimmer aufräume. Nachdem ich am Donnerstag von meinem lieben, lieben Freund als verspätetes Geburtstagsgeschenk „Harry Potter and the cursed child“ (dt. „Harry Potter und das verwunschene Kind“) bekommen habe, war ich so begeistert davon, dass ich es bis ein Uhr in die Nacht wach war, bis die 330 Seiten durch gelesen waren. Ich habe es so schnell gelesen, dass ich zugeben muss, dass ich vielleicht nur noch die Hälfte von dem Buch weiß. Doch keine Angst, dass Buch hat sich gerächt für mein zuschnelllesen, in dem es mir –mit der Spitze voran – auf mein Fuß gefallen ist…Jetzt habe ich dort einen blauen Fleck und konnte gestern Abend fast nur noch humpeln.

Jetzt noch mal ein Zwischenstand wie es mir in Irland so generell geht. Ich muss wirklich sagen, dieses Auslandsjahr ist ein Auf und Ab der Gefühle. Manchmal fühle ich mich superduper wohl hier und manchmal möchte ich einfach nur nach Hause. Es ist teilweise wirklich schwer. In der Schule ist es sehr schwierig für mich wirklich irgendwie guten Anschluss zu finden. Zwar kann ich irgendwie bei vielen Schülerinnen aus meinem Jahrgang oder auch darunter, während der Mittagspause bei ihnen rumsitzen, doch bin ich meistens sehr schweigsam. Die reden meistens einfach zu schnell und zu leise für meine deutschen Ohren und benutzen dann auch noch so viele Slangwörter, dass ich meistens nur beim Zuhören schon den Faden verliere. Mit einer Gruppe sich zu unterhalten ist deshalb gefühlt unmöglich für mich. Wenn ich mal alleine mit jemanden rumsitze oder vielleicht in einer ganz kleinen Gruppe, geht dass dann meistens besser, doch weiß ich nie was ich mit denen reden soll.
Der Unterricht ist eigentlich ziemlich einfach, doch ist es in Biologie oder Chemie so viel zu lernen für die Examen. Außerdem belege ich noch ein Fach namens Construction Studies. Dort lerne ich wie ich ein Haus bauen könnte. Es ist irgendwie interessant, doch blicke ich nicht recht durch, was ich wie, wann und wo konstruieren muss und ist deshalb am Schwierigsten für mich.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich sonst viel mit anderen Deutschen unternehme. Vor allem, wenn man gerade mal Kummer oder Langeweile hat, ist das echt super, um sich aussprechen zu können und einfach Spaß zu haben. Denn auch wenn ich die Iren frage, ob wir was miteinander unternehmen wollen, bekomme ich oft genug Absagen. Mit einer Deutschen habe ich es jetzt aber auch so geregelt, dass wir immer miteinander auf Englisch reden und wenn nicht machen wir einen Strich auf unsere Hand. Für jeden Strich muss dann jeder 5 Cent bezahlen und da wir alle immer etwas an Geldmangel leiden, passen wir echt auf. Es klappt wirklich super! Dennoch habe ich mich auch schon zweimal mit Iren getroffen, also klappt das irgendwie schon.
Ich freue mich einfach auch total auf Weihnachten. Ich glaube ich war noch nie so sehr in Weihnachtsstimmung wie jetzt. Der Gedanke Familie, Freunde und Bekannte in nur drei Wochen zu sehen, macht mir einfach glücklich.

September 18

Ort, Gastfamilie, Schule

Der Ort, in dem ich lebe, heißt Castleisland und obwohl nur etwas mehr als 2000 Einwohner darin wohnen, ist es eine richtige Stadt, die auch wirklich lebt. Eine große Hauptstraße, die zweitgrößte in Irland laut Wikipedia, führt geradewegs durch die Stadt und die ganzen kleinen irischen Geschäfte bilden eine Allee. Es gibt mehrere Metzgereien, Bäckereien, Kuchengeschäfte, Souvenirläden, Krimskrams Läden, Modegeschäfte, Drogerien, Fastfood Restaurants, also irgendwie alles ist sehr greifbar. Außerdem fasst der Ort ungefähr 5 Schulen, drei Gyms, eine Bücherei, ein Jugendclub sowie zwei Autokaufhäuser (VW und OpelJ), ein Golf-und Tennisplatz, sowie natürlich ein Gealicfootball- und ein Fußballfeld. Ganz irische gibt es natürlich haufenweise Pubs, zwei schon von mir besucht. Überall wo es genug Platz gibt, stehen Kühe, Schafe sowie Pferde auf einer Weide und grasen genüsslich das grüne Gras. Also sowohl städtische als auch ländliche Aspekte.
Ich wohne in einem Haus ziemlich nah am Stadtzentrum. Es ist zweistöckig, was wirklich ungewöhnlich ist für die meisten Häuser hier in Irland, denn die meisten sind einstöckig und haben einen riesigen Garten. Also wir haben auch einen Garten, aber nicht allzu groß. Mein Zimmer ist klein, das aber auch echt praktisch ist, denn so kann ich wenigstens nicht zu viel Chaos anrichten. Es hat außerdem eine wunderschöne Aussicht auf die Hügel und eine Weide mit Pferden. Meine Gastfamilie besteht aus meinen Gasteltern und zwei Gastschwestern, die aber schon größer sind und nicht die meiste Zeit nicht zuhause wohnen, sondern in Cork und in Dublin arbeiten bzw. studieren. Ich werde jetzt erstmal keine Namen nennen, man weiß ja nicht wer im Internet alles herumschleicht. Meine Gastmutter arbeitet zu mindestens als Grundschullehrerin und hat auch wirklich dieses lehrreiche Auftreten, was ich ziemlich cool finde, denn sie wiederholt ständig was sie sagt. Mein Gastvater wiederholt sich auch ständig, aber eher weil er einen starken Akzent hat, denn ich oft genug nicht verstehe. „Castleislandisch“ hat das die Gastmutter beschrieben. Aber er ist auch sehr geduldig, dass ich ihn irgendwann dann doch verstehe. Er ist außerdem ziemlich überbeschützend. Er macht sich sorgen, wenn ich um 9 Uhr nicht zuhause bin, wenn es dunkel wird und ich soll so einen bestimmten River Walk nicht laufen, da es zu gefährlich sei, obwohl es total schön da ist. Die beiden Schwestern sind eigentlich auch super nett, obwohl ich von der Jüngeren mehr mitbekomme, als von der Älteren. Mein Gastonkel hat auch eine deutsche Austauschschülern und wohnt im selben Ort. Das ist wirklich sehr praktisch, auch wenn man sich eigentlich nicht mit den anderen Gastschülern aufhalten soll, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass man oft genug was mit ihr machen kann, wenn man sich gerade alleine fühlt.
Meine Schule ist die gemischte Schule „Castleisland Community College“ und liegt ungefähr 20 Minuten Fußweg von meinem Zuhause entfernt. Von den Bildern her fand ich die Schuluniform schrecklich, da ich so eine richtige Uniform mit Rock und Krawatte und Bluse wollte, doch jetzt bin ich froh, dass sie so lässig ist. Man hat eine graue Anzugshose, nenn ich jetzt mal so, an und dazu trägt man ein graues Polo T-Shirt und einen blauen Pullover, beides mit Schulwappen. Schuhe müssen nicht schwarz sein, wie in vielen anderen Schulen in Irland.
Meine Meinung zu Schuluniformen bleibt: Sie ist einfach praktisch. Ich muss mir nicht überlegen, was ich morgens anziehe und ich habe nicht das Gefühl, dass jemand über meine Kleidung tuschelt. Echt total cool.
Die Lehrer sind eigentlich super lieb in der Schule. Sie müssen zwar ihren Stoff voran bringen, sind aber für einen guten Witz immer zu haben. Die Schüler sind auch nett, aber es ist wirklich schwierig sich lange mit denen zu unterhalten. Ich habe irgendwie gedacht Gastschüler sind zumindest anfangs noch was „besonderes“, aber die haben an der Schule jedes Jahr Gastschüler, dass die meisten Schüler sich nicht wirklich dafür interessieren. Ich gehe in die 5 Klasse (sowas wie die 10 oder 11 in Deutschland) und wir sind insgesamt 4 deutsche Austauschschülerinnen auf vielleicht 40 Schüler von meinem Jahrgang. Die Schule ist nicht so groß wie deutsche Schulen und hat auch kleinere Jahrgänge. In der 3 Klasse ist noch eine Spanische Austauschschülerin mit der ich mich richtig gut verstehe und wir auch oft mal die Pausen zusammen verbringen. Die Deutschen sind zwar auch super lieb, doch verfällt man bei denen doch eher wieder ins deutsch rein und dafür bin ich ja nicht hier.
Ich hoffe zu mindestens, dass ich wenigstens eine gute Bekanntschaft mit einer irischen Schülern hin bekomme, sodass ich auch an den Wochenenden was mit ihr machen könnte.
Ich versuche irgendwie bis nächstes Wochenende mal Bilder hochzuladen, aber mein Handy will da irgendwie nicht mitmachen… Naja bis dahin…TSCHÜÜS!